Hausaufgaben

Ein Dauerbrenner zwischen Betreuungseinrichtung, Kindern, Schule, Eltern in jeder denkbaren Konstellation.

Hier folgen Hinweise zu den Vorgaben bezüglich Dauer und Umfang sowie über Sinn und Zweck der Hausaufgaben.

Bis zu einer weiteren Bearbeitung der Seite zunächst einmal zur Anregung ein Elternbrief der Betreuung der Gerhart-Hauptmann-Schule Dreieich zu diesem Thema:

 

Liebe Eltern,

wir möchten  Sie mit diesem Schreiben über unseren Umgang mit den Hausaufgaben informieren.

 

Hausaufgaben sind dafür gedacht, dass die Kinder die Möglichkeit haben, eigenständig den im Unterricht vermittelten Stoff anzuwenden und damit zu erfahren, ob sie diesen auch richtig verstanden haben. Darüber hinaus dienen sie natürlich auch der Übung.

Von daher ist es wichtig, dass die Kinder zunächst einmal die Möglichkeit haben, ohne die direkte Mitwirkung anderer, ob Mitschüler oder Erwachsene, sich an den Hausaufgaben zu versuchen.

Unsere Hausaufgabenbegleitung gliedert sich in die folgenden Aspekte:

 

  1. Schaffung einer Arbeitssituation, in der die Kinder zwar in der Gruppe sind und dennoch möglichst selbstständig und ungestört an ihren Hausaufgaben arbeiten können
  2. Die Kontrolle der Vollständigkeit sowie der Richtigkeit der Hausaufgaben mit Einschränkungen (siehe Anmerkungen)
  3. Eine Starthilfe bei Verständnisfragen, damit die Kinder nicht schon an der Aufgabenstellung scheitern
  4. Eine Begleitung von Kindern, die sich gegen das Machen der Hausaufgaben an sich sträuben
  5. Eine dauerhafte Begleitung bei den Aufgaben, wenn dies nötig und machbar ist. Die Wiederholung des Lernstoffes bei Kindern, die aus unterschiedlichen Gründen dem Unterricht nicht so folgen konnten, dass sie die Hausaufgaben eigenständig bearbeiten könnten.
  6. Ein Austausch mit den Eltern und dem Lehrerkollegium

 

Anmerkungen:

 

Zu 1.: Das Machen der Hausaufgaben in der Gruppe widerspricht zunächst einmal grundlegend dem eigentlichen Sinn der Hausaufgaben, so wie er oben beschrieben wurde, da es natürlich unruhiger in der Gruppe ist und es auch Kinder gibt, die versuchen, die Hausaufgaben von anderen zu kopieren.  Diese Gruppensituation ist ein Kompromiss, der sich aus der Notwendigkeit ergibt, dass die Kinder im späteren Nachmittag keine Zeit mehr haben, ihre Leistungskurve im Laufe des Tages absinkt und eine Einzelbetreuung bei uns weder räumlich noch personell machbar ist und für die meisten Eltern auch unbezahlbar wäre.

Wir bemühen uns aber sehr, trotzdem eine ruhige und selbstständige Arbeitsatmosphäre zu ermöglichen.

 

 Zu 2.:  Schon allein festzustellen, was für Hausaufgaben aufgegeben wurden, kann für uns eine zeitaufwendige Aktion sein, da einige Kinder aus Nachlässigkeit oder zur Vermeidung sich die Hausaufgaben nicht aufschreiben. In detektivischer Kleinarbeit müssen wir oft bei anderen Kindern der Klasse oder manchmal sogar bei dem/der Lehrer/in erstmal in Erfahrung bringen, was überhaupt zu tun ist. Dieser Aufwand kostet Zeit, die dann an anderer Stelle fehlt.  Eine Kontrolle der Hausaufgaben ist schon aus Zeitgründen oft nicht vollständig möglich, sondern erfolgt bisweilen nur mittels Stichproben, so dass wir erkennen, ob die Kinder das Prinzip verstanden haben. Insbesondere die Kindern der 3. und 4. Klasse mit einem 14.00-Platz, die erst später aus dem Unterricht zu uns kommen und natürlich mehr Hausaufgaben haben als die 1. und 2. Klassen, können in den 30-60 Minuten, die Ihnen bei uns zum Machen der Hausaufgaben bleiben, nicht immer die Aufgaben vollständig erledigen, noch können wir diese vollständig kontrollieren.

Eine Kontrolle/Korrektur der Hausaufgaben ist zudem auch insofern fragwürdig, weil dadurch weder Sie als Eltern noch die Lehrer/innen die wirkliche Leistungsfähigkeit der Kinder an den Hausaufgaben ablesen können. Dennoch ist eine Kontrolle und Korrektur der Hausaufgaben sinnvoll und von Ihnen gewünscht, weil viele Eltern wenig Zeit dafür haben oder auch inhaltlich damit überfordert wären und  dies auch in der Schule nur eingeschränkt durchgeführt wird. Damit aber sowohl Sie wie die Lehrer/innen einen möglichst unverfälschten Eindruck über die Leistungsfähigkeit der Kinder erhalten, werden wir Fehler künftig dauerhaft markieren.

 

X = Fehler

 

? = Aufgabenstellung zunächst nicht verstanden

 

! = Bearbeitung war nur mit ständiger Hilfe möglich

 

Für weitergehende Informationen werden wir künftig eine Kurz-Notiz verwenden oder wie bisher das Gespräch mit Ihnen suchen.

 

Zu 3.: Eine Starthilfe bei Verständnisfragen benötigen insbesondere Kinder mit sprachlichen Defiziten, aber leider sind auch viele zu bequem, sich eine Aufgabenstellung überhaupt durchzulesen und fangen deshalb gar nicht erst ohne Unterstützung an. Wenn wir dies in Zukunft markieren, motiviert es vielleicht diese Kinder, es erstmal alleine zu versuchen.

 

Zu 4.: Wir haben einige Kinder, die sich gegen die Hausaufgaben sträuben und schon den Start durch Vermeidungsstrategien herauszögern und auch den Verlauf in die Länge ziehen oder auch die anderen stören. Diese Kinder zu integrieren kostet einen hohen auch zeitlichen Aufwand.

 

Zu 5.: Bei manchen Kindern ist es nötig, auch mal dauerhaft dabei zu bleiben. Entweder weil die Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben so umfassend und vielseitig sind, dass sich ständig Fragen ergeben oder das Kind alleine in keinen Arbeitsrhythmus findet. In der Zeit bis 14.00 ist dies fast unmöglich. Es gibt immer wieder Situationen, wo wir auch den Lernstoff mit einzelnen Kindern nachholen müssen, damit sie die Hausaufgaben erledigen können. Dies ist aber nicht unsere eigentliche Aufgabe und in der Zeit bis 14.00 zumeist nicht machbar. Wir sind keine Nachhilfe-Organisation und auch ein Üben für Klassenarbeiten ist in unserem Rahmen nicht leistbar.

 

Zu 6.: Wir hoffen durch unsere neuen Markierungs-Regeln wie auch der Kurz-Notiz eine weitere sinnvolle Verbesserung für die Kommunikation zwischen Ihnen, dem Lehrerkollegium und uns geschaffen zu haben.

 

Für weitere Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr Betreuungsteam